Kleine
Genetik zu den Silbernen und Goldenen

Es gibt zwei farbbestimmende Grundstoffe, die für alle Fellfärbungen bei den Katzen verantwortlich sind, wobei Weiss keine Farbe ist, sondern lediglich eine Maske, die die eigentliche Farbe überdeckt.
Diese zwei Grundstoffe sind:
1. Rot, mit dem genetischen Namen Phäomelanin und
2. Schwarz, oder Sepia, mit dem genetischen Namen Eumelanin.
Die Silver und Golden Katzen sind eigentlich shaded schwarze Katzen mit grünen oder blaugrünen Augen. Beide tragen das Gen für den Farbstoff Eumelanin, also Schwarz oder Sepia. Auf diese Art betrachtet sind Silver und die Golden fast gleich. Auch ist nachgewiesen, dass echte Goldens nur aus Paarungen unter Silvers hervorgingen, da Golden ein silver-rezessives Gen ist. Doch glauben Sie bitte nicht, dass die Golden genetisch als Silver anzusehen ist, dennoch können Goldens in einem Silver-Zuchtprogramm eingesetzt werden, um hier wunderschöne reine Silvers hervorzubringen, aber auch Silvers sind genetisch betrachtet keine Goldens.
Das ist geradezu verwirrend und ich möchte versuchen, es etwas verständlicher zu machen. Es gilt herauszufinden, wie das schwarze , also sepia Gen Eumelanin einmal aussehen kann, etwa golden oder bräunlich wie bei den Goldens, und ein andermal schwarz (Ticking) wie bei den Silvers, und dennoch etwas ganz anderes ist.
Der Schlüssel zu diesem Rätsel liegt darin, dass alle Farben erst durch ihre Reflexe vom menschlichen Auge wahrgenommen werden, also durch das Licht, das von ihnen reflektiert wird. Erst die Art und Weise, wie ein Objekt das Licht zurückwirft, lässt uns eine Farbe bestimmen.
Der Farbstoff Eumelanin (Schwarz) ist in seinem Normalzustand, unter dem Mikroskop betrachtet rund. Diese runde Form reflektiert das Licht schwarz.
Bei den Silver-Katzen haben sich die Farbpunkte aus dem grössten Teil des Haarschaftes entfernt und auf den Enden zusammengezogen. Dort reflektieren sie das Licht und erscheinen schwarz. Es gibt ein eigenes Gen, das die Farbpunkte veranlasst, den Haarschaft zu verlassen und sich am Ende anzusiedeln. Dieses Gen ist es, das die Ticking-Katze ausmacht. Die Stärke des Ticking-Gens bewirkt, dass bei einer Smoke etwa die Hälfte des Haarschaftes ohne Farbstoffpunkte verbleibt und die andere Hälfte voller Farbstoffpunkte ist. Das klumpende Gen ist bei den Shaded Silvers stärker vertreten, und somit sind dort die Farbstoffe wesentlich weniger vertreten (etwa zu 1/4 oder weniger vom Haarschaft).
Bei den Chinchillas sind die Farbpunkte fast ganz verschwunden und erscheinen lediglich noch auf den äussersten Spitzen der Haare.
In all diesen Fällen reflektiert das Farbgranulat Eumelanin oder Sepia das Licht schwarz, da die Farbpunkte rund sind.
Auch bei den Goldens ist der gleiche chemische Faktor in den Farbpunkten vorhanden, doch eine zusätzliches Gen ruft bei dem Eumelanin einen Wechsel von der runden Form in eine elliptische Form hervor.
Diese elliptische Form bewirkt, dass sich am Eumelanin das Licht in verschiedenen Brauntönen reflektiert.
Eine weitere Charakteristik der verlängerten Eumelanin-Form ist es , sich vollständig aus dem unteren Teil des Haarschaftes zu entfernen, sondern eine Tendenz zu haben, am Haar entlang zu schmieren und trotzdem auch noch am Ende zu klumpen. Dieses Schmieren bewirkt es, dass das Licht in den verschiedensten Schattierungen von Golden-rötlich-braun reflektiert wird.
Je weniger Eumelanin am Haarschaft vorhanden ist, verdrängt durch das Schmieren, je heller golden erscheint die Golden Perser.
Ich sollte noch anführen, dass Eumelanin oder Schwarz in Wirklichkeit Sepia ist und das Sepia in seiner stärksten Intensität schwarz aussieht, in schwächster Form jedoch braun.
Ist dieses Farbgranulat schwächer vertreten oder elliptisch, dann erscheint es brauner. Es ist allgemein bekannt, dass die Farbe Braun sowohl rötliche als auch dunkelgelbe Pigmentierung enthält. Deshalb kann Golden durch das verdünnte Auftreten der Farbstoffe am Haarschaft, dem Schmieren, in jeder Farbe erscheinen, vom reiche Kupferbraun bis zum strahlend hellen Apricot oder zur rötlichen Honigfarbe; und mit dunklerem Ticking an den Haarenden, denn sie sind genetisch shaded schwarze Katzen.
Bemerkenswert ist, dass chemische Untersuchungen bewiesen haben, dass im Haarschaft der Golden kein Rot enthalten ist!
Golden ist also ein silver-rezessives Gen. Um eine Golden zu erhalten, muss diese aus Silver stammen und dennoch, oder gerade weil Golden ein rezessives Gen ist, werden bei einer Paarung Golden mal Golden nur Golden fallen und niemals mehr Silvers! Die Golden ist keine neue Farbvariante, sie ist mindestens ebenso alt wie Silver, genauer genommen gab es sie schon vor den ersten Silver-Katzen.
Text aus verschiedenen Fachbüchern